Am 08. Juli 1928 wurde die damalige Pflichtfeuerwehr zwecks einer Übung durch das Alarmsignal zusammengerufen. Die Pflichtfeuerwehr bestand aus 117 Personen. Dies waren alle wehrpflichtigen männlichen Personen, die in Kathus wohnhaft waren.
Wie aus dem Protokollbuch der Feuerwehr Kathus zu ersehen ist, wurde die Freiwillige Feuerwehr am 14.Juli 1928 in einer Gründungsversammlung im Gasthaus Seelig gegründet. Die Anregung zur Gründung einer Feuerwehr gab der damalige Bezirksbrandmeister Johannes Paul in Kathus. Ihm zur Seite standen die Feuerwehrkameraden Heinrich Heyer I., Jakob Rüger, Georg Seelig, Wilhelm Seelig, Konrad Willhardt und Heinrich Quanz. Die frische gegründete Freiwillige Feuerwehr Kathus hat eine Stärke von 43 Männern.
Zur der Uniformierung der Freiwilligen Feuerwehr Kathus gibt nachstehendes Protokoll aus dem Jahre 1929 Auskunft:
„Die Freiwillige Feuerwehr Kathus wurde nun auch uniformiert. Man ließ sich Musterproben von Tuchen kommen, nach denen die Wahl getroffen wurde. Nach dem Gutachten einiger Tuchkenner erteilte man dem Tuchhändler Rain aus Bad Hersfeld den Auftrag. Das Tuch war nun bald da . Nun ging es um das Nähen der Röcke. Es interessierten sich hauptsächlich die Schneidermeister Bock und Wolf aus Sorga. Nach einer Umfrage per Liste, bekamen beide je zur Hälfte die Röcke zum nähen. Es dauerte eine geraume Zeit bis wir im Besitz unserer Röcke kamen. Das Sprichwort "Was lange währt wird endlich gut" hat sich auch hier bewahrheitet. So kann ich wohl sagen ,dass sich die hiesige Feuerwehr an recht schönen, geschmackvollen Uniform erfreuen kann.“
Die erste Übung im neuen Rock fand am 24 März 1929 statt.
Am 9. Juni 1929 feierte die Feuerwehr Kathus das erste Fest verbunden mit dem Verbandstag des Kreisfeuerwehrverbandes.
In den ersten Monaten des Jahres 1934 fand ein Wechsel im Kommando statt. Aufgrund schwerer Krankheit war der Oberbrandmeister Heyer nicht mehr in der Lage, die Wehr zu führen. Am 13. Mai 1934 wurde Konrad Willhardt zum Wehrführer gewählt. Unter dem Kommando von Oberbrandmeister Heyer wurde die Feuerwehr Kathus von 1930 bis 1934 zu folgenden Bränden alarmiert:
Unter dem Kommando von Brandmeister Willhardt bewältigte die Wehr zwischen 1934 und 1952 die folgenden Einsätze:
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste die Mehrzahl der Feuerwehrkameraden die Feuerwehruniform mit der Wehrmachtsuniform tauschen. Viele Kameraden sind nicht aus dem Krieg in die Heimat zurückgekehrt. Ihnen gilt unser ehrendes Gedenken. In den Kriegsjahren konnte der der Brandschutz in Kathus nur eingeschränkt von älteren Kameraden übernommen werden.
Nach 1945 wurde die Wehr wieder von Ortsbrandmeister Willhardt übernommen werden. Ortsbrandmeister Willhardt wurde wenig später zum Bezirksbrandmeister des Löschbezirks 8, der aus den Wehren Sorga, Petersberg, Kathus, Malkomes und Dinkelrode bestand, gewählt. Aufgrund des übernommenen Amts konnte Konrad Willhardt sein bisheriges Amt als Ortbrandmeister nicht mehr ausführen und stellte es zur Wahl.
Im Rahme der Vollversammlung vom 27. Januar 1952 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Er setzte sich wie folgt zusammen:
Die Arbeit des neu gewählten Vorstands der Wehr gestaltete sich schwierig. Die Einsatzkleidung der Kameraden war teilweise nicht mehr auffindbar und teilweise nahezu unbrauchbar. Von der persönlichen Schutzausrüstung der Feuerwehrmänner waren nur noch einige Hakengurte übrig geblieben. Auch das Schlauchmaterial konnte nur als schlecht bezeichnet werden.
Der Aufbau der Wehr ging Dank des Engagements der Gemeindeverwaltung zügig voran, so dass die 42 Mann starke Einsatzabteilung bald wieder bestens ausgestattet war. Die erste Tragkraftspritze konnte die Feuerwehr Kathus am 9. November 1957 von der Gemeinde in Empfang nehmen.
Im Februar 1960 wurde die alte Scheune am Bürgermeisteramt abgerissen und im März 1961 konnte nun endlich mit dem lange ersehnten Neubau des neuen Gerätehauses begonnen werden. Das neue, in Eigenleistung erbaute Gerätehaus konnte am 4.Januar 1962 unter Anwesenheit von Landrat Zerbe, Kreisbrandinspektor Bolz und Stadtbrandinspektor Otto feierlich übergeben werden. Finanziert hat die Wehr ihr Gerätehaus durch Feste, Quizabende und Theatervorführungen.
Nach 50 Jahren (!) treuer Pflichterfüllung wurde der Bezirksbrandmeister Konrad Willhardt zum ende des Jahres 1962 ehrenvoll verabschiedet. Der Ortsbrandmeister Bernhard Barth wurde sein Nachfolger und damit Bezirksbrandmeister des Löschbezirks 8.
Im Rahmen der Vollversammlung vom 26.11.1963 wurde der Feuerwehrmann Georg Möller zum neune Ortsbrandmeister gewählt. Unter seiner Führung nahm die Wehr am 04.07.1964 erstmalig mit einer Gruppe an den Leistungswettkämpfen in Friedewald teil. Dabei konnte die Wettkampfgruppe der Feuerwehr Kathus auf Anhieb den 4. Platz belegen, welcher mit zwei neuen Hakengurten belohnt wurde.
In der folgenden Zeit nahm die Wettkampfgruppe rege an den Wettkämpfen teil. Ihr Schlachtruf war dabei stets: „Alle für einen und einer für alle!“.
In der Amtszeit von Ortsbrandmeister Möller erfolgt im Jahr 1971 die erste Vollmotorisierung der Feuerwehr Kathus mit einem LF8 auf Mercedesfahrgestell.
Im Jahre 1972 erfolgte die Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinde Kathus in die Kreisstadt Bad Hersfeld. Dies hatte zur Folge, dass der Löschbezirk 8 aufgelöst wurde und die Wehr Kathus fortan eine Stadtteilwehr der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld ist.
Von 1980 bis 1992 leitete der Wehrführer und 1. Vorsitzender Ernst Gregor die Stadtteilwehr Kathus. Die Wehr hat unter seiner Führung 28 Einsätze gefahren. Zum Übungs- und Einsatzdienst wurde hier ein reges Vereinsleben gepflegt. Unter anderem wurden jährliche mehrtägige Ausflugsfahrten wurden durchgeführt. In 1986 wurde das traditionelle Brunnenfest ins Leben gerufen. Des Weiteren beteiligte sich die Wehr unter seiner Führung an der Kathuser Kirmes und am Kathuser Karneval.
Als Neuanschaffungen während seiner Dienstzeit seien u. a. die Spinde im Feuerwehrgerätehaus angeführt. Die Finanzierung erfolgte wie so oft bei der Feuerwehr als Vereinsmitteln.
Ein Dorn im Auge war Ernst Gregor immer die mangelhafte Alarmierung, da die Sirenen im Vorderdorf nicht zu hören waren. Das Umsetzen der zweiten Sirene war zu teuer und Funkmeldeempfänger für die Wehr Kathus standen damals noch nicht zur Verfügung.
Von 1992 bis 2004 hat Thomas Jäger der Freiwilligen Feuerwehr Kathus als Wehrführer und 1. Vorsitzenden vorgestanden. Unter seiner Führung hatte die Wehr 51 Einsätze bewältigt. Darunter war das große Hochwasser in Bad Hersfeld Ende Januar 1995. Hier war die Wehr drei Tage ohne Unterbrechung im Einsatz.
Das nahezu 25 Jahre alte LF8 wurde 1995 in Kathus außer Dienst gestellt und an die Feuerwehr Bad Hersfeld - Peterberg übergeben, wo es fortan eingesetzt wurde. Die Kathuser Wehr wurde mit einem TSF-W auf VW-Fahrgestell ausgestattet.
Des Weiteren konnte in der Amtszeit von Thomas Jäger das Feuerwehrgerätehaus mit über Funk gesteuerten Rolltoren ausgestattet werden, die die alten Flügeltore aus Holz ersetzten. Die Elektroheizung wurde durch den Einbau einer Zentralheizung im Gerätehaus ersetzt. Die Nutzungsmöglichkeiten des Gerätehauses für die Wehr in den Wintermonaten konnte so erhöht werden. 1998 wurde in Eigenleistung eine neue Toilettenanlage in das Gerätehaus eingebaut. Die vorhandene Anlage war seit Jahren defekt und konnte nicht genutzt werden.
Im Jahr 1999 wurde der Feuerwehrverein gegründet und beim Vereinregister des Amtsgerichts Bad Hersfeld eingetragen. Der Feuerwehrverein trägt nunmehr den Namen „Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld Stadtteil Kathus e. V.“.
Im Jahr 2001 wurde der Feuerwehr Kathus ein Mannschaftstransportwagen zur Nutzung überlassen. Dieses Fahrzeug diente bei der Bundespolizei und wurde später beim G-ABC-Zug des Landkreises Hersfeld-Rotenburg eingesetzt. Aufgrund des biblischen Alters des VW „Bulli“ wurde den Wehrmänner schnell klar, das das Fahrzeug nicht mehr lange eingesetzt werden kann. Man machte sich deshalb schnell daran, sich nach einer Ersatzbeschaffung umzusehen. Mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Bad Hersfeld und örtlich ansässiger Unternehmen sowie einem großen Beitrag der Vereinkasse konnte in 2003 der Mannschaftstransportwagen Mercedes Sprinter angeschafft werden.
Die Wehr hat es sich unter Thomas Jäger zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des „Unteren Solztals“ für die Nachwelt zu dokumentieren. Dazu wurden umfangreiche Berichte und Geschichten aus alter Zeit einschließlich der dazugehörigen Fotoaufnahmen gesammelt und archiviert. Die schönsten Aufnahmen wurden in der Mehrzweckhalle in Form zweier Geschichts- und Fotoausstellungen der Bevölkerung gezeigt.
Wehrführer der Kathuser Einsatzabteilung ist Christian Seelig. Zu Beginn seiner Amtszeit begannen die Maßnahmen im Zuge des Dorfeineuerungsprogramms des Landes Hessen in Kathus. Die Feuerwehr Kathus konnte glücklicherweise besonders in das Förderprogramm eingebunden werden. Zum einen wurde der Brunnen und der Lindenplatz, an dem das traditionelle Brunnenfest stattfindet, komplett erneuert. Zum anderen wurde das ehemalige Bürgermeisteramt, das unmittelbar an das Gerätehaus angrenzt, umfassend saniert und der Wehr zur Nutzung überlassen. Im Rahmen der Sanierung haben die Wehrmänner erhebliche Eigenleistungen in erbracht. Diese bestanden aus dem Einsatz ihrer Arbeitskraft sowie dem Einsatz finanzieller Mittel aus der Vereinkasse. Der Bürgermeister Hartmut H. Boehmer hat diese Eigenleistungen im Rahmen seiner Eröffnungsrede am Himmelfahrtstag 2006 als vorbildlich hervorgehoben und den Kathuser Wehrleuten gedankt.
Die Wehr verfügt nunmehr neben der Fahrzeuggarage über einen Büroraum, einen Unterrichtsraum,eine Herrenumkleideraum, einen Damenumkleideraum und eine Florianstube für die gemütlichen Momente des Feuerwehrdienstes.
In der Freiwilligen Feuerwehr Kathus versehen zurzeit unter dem Wehrführer Christian Seelig 23 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau ihren Einsatzdienst. Es handelt sich um eine junge Mannschaft. Der Altersdurchschnitt liegt bei 36 Jahren. Die Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrangehörigen ist groß.
Der Wehrführer und 1. Vorsitzende wird von Martin Paul vertreten.
Des Weiteren wird die Wehrführung von den eingesetzten Gruppenführern Thomas Jäger, Ulrich Wolf und André Budesheim unterstützt. Die Alters- und Ehrenabteilung, der die Feuerwehrkameraden - die nicht mehr im aktiven Einsatzdienst stehen - angehören, wird von Karl-Heinz Kimmel geleitet.