Die ehemalige Feuerwache in der Uffhäuser Straße
Die aktuelle Feuerwache in der Wehnebergerstraße
Die Atemschutzübungsstrecke
Blick in die große Fahrzeughalle
Blick über den Hof und Eingangsbereich
Blick in das Büro des Stadtbrandinspektors
Blick in den Jugendraum
Blick in das Lager
Blick in die Schlauchwäsche
Blick in die Umkleide
Blick in den Aufenthaltsraum
Blick in die Teeküche
Der Vorraum mit Getränkeautomat
Der Vorraum mit den Bilder der einzelnen Löschzüge
Blick auf die Werkstatt

Die Feuerwache der Kernstadtwehr

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte der Hauptstützpunktfeuerwache geht zurück bis Ende der 60er Jahre. Schon damals hielt man die Räume des im Jahre 1951 mit Gesamtkosten von 316.774 DM in der Uffhäuser Straße errichteten Feuerwehrgerätehauses für nicht mehr ausreichend.

Immerhin war Anfang 1963 die erste zentrale Schlauchwerkstatt in Hessen im Feuerwehrgerätehaus eingerichtet und die Feuerwehr Bad Hersfeld zur Stützpunktfeuerwehr erklärt worden.
In den Jahren 1966 bis 1968 erwarb die Stadt die neben dem Feuerwehrgerätehaus stehenden vier alten Fachwerkhäuser. Mit dem Abriss dieser Gebäude wurde 1969 begonnen, um dem beabsichtigten Anbau Platz zu machen. Die Überlegungen gingen zunächst dahin, ein Katastrophenschutzzentrum unter Einbeziehung des DRK, des THW, des Bundesverbandes für den Selbstschutz und der DLRG zu errichten. Ein entsprechender Plan des Stadtbauamtes vom April 1970 bezifferte die Kosten hierfür auf rund zwei Millionen DM. Das Hessische Innenministerium äußerte jedoch Bedenken, ob im Hinblick auf die Aufgaben des überörtlichen Brandschutzes die vorhandene Grundstücksfläche ausreiche, zumal etwa später notwendig werdende Erweiterungen kaum möglich seien. Daraufhin wurden andere Areale auf ihre Eignung untersucht. In der Diskussion waren damals Grundstücke an der Hünfelder Straße und im Bereich der Knottengasse/ Wehneberger Straße. Die Idee eines Katastrophenschutzzentrums wurde schließlich aufgegeben, weil eine solche Einrichtung für finanziell nicht realisierbar gehalten wurde und man inzwischen einer dezentralisierten Lösung den Vorzug gab. Anfang 1974 wurde eine neue Planung erstellt, die wiederum einen Erweiterungsbau in der Uffhäuser Straße vorsah, diesmal jedoch nur noch für die Zwecke des Brandschutzes. Bei 3.109m³ umbauten Raumes beliefen sich die hierfür veranschlagten Kosten auf 850.000 DM. Die Bezuschussung des Projektes durch das Innenministerium zog sich aber hin.

Mit Bescheid vom 27.11.1977 bewilligte der Minister schließlich eine Landeszuwendung von 250.000 DM, allerdings mir der Auflage, die Planung zu überarbeiten. Die Januar 1978 vorgelegten neuen Pläne sahen ein Raumprogramm von 4.280m³ umbauten Raumes mit rd. 2,135 Millionen DM Gesamtkosten vor. Dieses Konzept wurde mit dem Amtsantritt von Bürgermeister Boehmer wieder verworfen, indem dieser eine neue Planung für den heutigen Standort in der Knottengasse / Wehneberger Straße veranlasste. Maßgebliche Gründe für die Wahl des neuen Standortes waren: verkehrsgünstigere Anbindung an den Stadtring, keine Erweiterungsmöglichkeit in der Uffhäuser Straße sowie städtebauliche Gesichtspunkte. Nach intensiven Beratungen mit allen für das Projekt zuständigen Stellen und Personen, insbesondere mit Stadtbrandinspektor Nieding, Kreisbrandinspektor Glöckner und den zuständigen Mitarbeitern des Innenministeriums wurde die endgültige Bauentscheidung über die von Bauingenieur Mohr vom städtischen Hoch- und Tiefbauamt erarbeitete Planung getroffen.

Allgemeines

Am 01.09.1978 wurde mit dem Bau begonnen. Ein gutes Jahr später war der 1. Bauabschnitt fertig gestellt. Am 07.03.1981 konnte die Hauptstützpunktfeuerwache im Rahmen einer Einweihungsfeier in Anwesenheit von Innenminister Gries sowie zahlreichen Ehrengästen und Feuerwehrmännern an die örtliche Feuerwehr und damit ihrer Bestimmung übergeben werden.

Der Hauptstützpunkt hat nicht nur Bedeutung für die Stadt und ihre Feuerwehr allein. Er stellt einen wesentlichen Punkt dar im Rahmen der Landesplanung für einen flächendeckenden Brandschutz.

Diese Einrichtung ist in feuerwehrtechnischer Hinsicht ebenso wie als Ausbildungszentrum und Einsatzleitstelle der brandorganisatorische Mittelpunkt des Kreises Hersfeld-Rotenburg, der daneben noch über die Stützpunkte Rotenburg und Wildeck-Obersuhl verfügt. Dies unterstreicht zusätzlich die Mittelpunktfunktion der Kreisstadt Bad Hersfeld.

In dem Gebäudekomplex befinden sich zentrale feuerwehrtechnische Werkstätten für Wartung, Pflege und Reparatur feuerwehrtechnischer Geräte.

Außerdem sind hier Fahrzeuge und Geräte stationiert, die sowohl dem örtlichen als auch vor allem dem überörtlichen Brandschutz dienen. Diese zentrale Einrichtung entspricht allen Anforderungen, die das Brandschutzhilfeleistungsgesetz und die Feuerwehrorganisationsverordnung an einen funktionierenden Brandschutz stellen.

Die Hauptstützpunktfeuerwache wird von der Stadt als Träger dieser Einrichtung unterhalten. Da jedoch der überörtliche Brandschutz dem Kreis obliegt, hat er nach dem BrSHG die gegenüber den örtlichen Bedürfnissen anfallenden Mehrkosten einschließlich der Unterhaltungskosten mit Ausnahme der Personalkosten zu tragen. Hierüber wurde zwischen Stadt und Kreis eine öffentlich - rechtliche Vereinbarung abgeschlossen.

Standort

Das Grundstück der Hauptstützpunktfeuerwache liegt zwischen der Knottengasse und der Geis. Es handelt sich dabei um ehemalige Betriebsflächen des Stadtbauhofes. Die Gesamtfläche beträgt rd. 4.600m³. Verkehrsmäßig ist das Grundstück über eine 70m lange Zuwege mit 5m breiter Fahrbahn an die Wehneberger Straße angebunden. Daher ist es dieser Straße zugeordnet und hat die Hausnummer 10a erhalten. Eine Notausfahrt mündet direkt in die Knottengasse.
Dieser Standort liegt zwar gegenüber dem früheren Feuerwehrgerätehaus etwas abseits des Stadtkerns, aber dennoch zentral und vor allem verkehrsgünstig am Innenstadtring.

Gliederung und Funktion der Gebäude und Räume:
Der Gebäudekomplex hat einen U-förmigen Baukörper. Im erdgeschössigen Trakt des linken von der Hofseite her gesehenen Schenkels befindet sich eine Fahrzeughalle mit fünf Toren zum Hof hin.
Daran schließt sich der vollunterkellerte dreigeschossige Gebäudeteil an. Dieser enthält im Kellergeschoß:

den Heizungsraum,
die Atemschutzübungsanlage mit folgenden Räumen:
Vorbereitungsraum, Kommandoraum mit zentralem Steuerpult, Übungsraum mit Lauf- und Kriechstrecke, Schleuse, Arbeitsraum mit Schlaghämmern, Endlosleiter, Dynavittrainer, einer Industrie- sowie einer Tankübungsanlage, Be- und Entlüftungsanlage
Umkleideraum (mit 8 Spinden)
Wasch,-Dusch- und Toilettenräume
einen Gemeinschaftsraum
einen Relais- und Archivraum
sowie die Keller der Wohnungen
Im Erdgeschoss sind untergebracht:

  • das Büro des Stadtbrandinspektors
  • der Aufenthaltsraum
  • ein Aufenthaltsraum mit Kleinküche
  • das Zugführerbüro
  • ein Putzmittelraum
  • ein Jugend- und Übungsraum mit Lehrmittelraum
  • die Kleiderkammer
  • ein Spinde- und Umkleideraum (94 Spinde)
  • Wasch-, Dusch- und Toilettenräume

Das 1. Obergeschoss enthält:

  • Vier Büroräume (für die Wehrführung, die Vereinsführung, Werkstattleiter und die Kreisausbilder)
  • eine Küche
  • einen Lehrsaal (100 Sitzplätze) mit Lehrmittelraum
  • einen Besprechungsraum (indem sich auch sich ein Planspiel mit einer Größe von 2m x 0,80m x 2m steht, das den Feuerwehrangehörigen zum Üben und Nachstellen von Einsätzen dient)
  • einen Putzmittelraum
  • Toilettenräume

 

Im 2. Obergeschoss befinden sich die zwei Wohnungen. Die Wohnungen haben einen separaten Eingang von der Knottengasse her.

Der erdgeschossige Mitteltrakt des Gebäudekomplexes enthält hofseitig eine Fahrzeughalle mit 8 Toren. Dahinter liegen

  • die Stiefelwaschanlage
  • die Atemschutzwerkstatt reine Seite mit Prüfeinrichtung
  • die Atemschutzwerkstatt mit Waschmaschine und Trockner sowie dem Kompressorraum
  • die Schlauchwerkstatt mit Schlauchlager sowie der Schlauchprüf- und Waschanlage
  • das Lager mit Gabelstapler

 

Im Schnittpunkt des Mitteltraktes und des ebenfalls im Erdgeschoss liegenden rechten Schenkeltraktes ist außenseitig der Schlauchtrocken- und Übungsturm angeordnet. Der beheizbare Turm ist 27m hoch und hat drei ausgekargte Balkone für Leiterübungen. Auf ihm sind Antennen installiert. Der Turm ist mit einer automatischen Schlauchaufhängevorrichtung ausgestattet, die eine Kapazität für 328 Schläuche hat. Außerdem ist eine Gewöhnungstreppe für die Atemschutzgeräteträgerausbildung vorhanden. Neben dem Schlauchtrocken- und Übungsturm ist der Elektrohauptverteiler untergebracht. Im rechten Schenkel schließt sich der Notstromaggregateraum mit einem 44 kW- Generator an. Daneben befinden sich ein Lagerraum für Sonderlöschmittel, Dämmstoff, Ersatzteile und ein MTW mit Tor zur Hofseite, die Kraftfahrzeugswerkstatt für zwei Standflächen mit Pumpenprüfstand, Abschmier- und Montagegrube (30t Tragfähigkeit) mit 13t Heber und Ölschlitten, Lager für Kleinteile sowie Batterieraum, die Waschhalle mit Arbeitsgrube, die ebenfalls für 30t Tragfähigkeit ausgelegt ist.


Die Kraftfahrzeugwerkstatt und die Waschhalle haben hofseitig separate Tore. Im Hof vor der Werkstatt ist eine Zisterne für Pumpendruckprüfungen mit einem Inhalt von 35m³ eingebaut. Hinter diesen Toren befinden sich die Kraftfahrzeugwerkstatt und die Waschhalle.  Der Übungshof hat eine Gesamtfläche von rund 1770m³. Für Pkw sind hier 15 Parkplätze markiert.

 

Die Ein- und Ausfahrt ist mit einer automatisch zu öffnenden Schranke mittels Key-Chip versehen.

Text: Thomas Will
Bilder: Christian Sasse

 
© Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld